Gärtnerische Faszination seit Jahrhunderten – Das ist die Trendfarbe 2027
Blau gilt unter Gärtnern als die begehrteste und gleichzeitig schwierigste Blütenfarbe. Wenn die Trendprognose-Häuser WGSN und Coloro mit »Luminous Blue« nun ein leuchtendes, kühles Blau zur Farbe des Jahres 2027 küren, bestätigt das vor allem etwas, das im Garten längst gilt. Kaum eine Farbe wird so gesucht und ist so schwer zu bekommen. Wer sie im eigenen Beet haben möchte, fängt am besten im Herbst an, mit einer Handvoll Blumenzwiebeln.
Die Sehnsucht nach der blauen Blume
Dass Blau im Garten als besonders gilt, hat botanische Gründe. Unter den Blütenfarbstoffen kann allein eine Gruppe Blau erzeugen, nämlich die Anthocyane. Schon ihr Name verrät die Verbindung, denn er setzt sich aus den griechischen Wörtern ánthos für Blüte und kyanós für dunkelblau zusammen. Ein wirklich reines Blau bleibt trotzdem selten, weil dafür mehrere Faktoren zusammentreffen müssen. Genau diese Seltenheit hat der Farbe ihren Rang gegeben. Die Romantik machte die blaue Blume zum Sinnbild einer unerfüllbaren Sehnsucht, und Gartengestalter suchen sie bis heute.
Auch Karl Foerster, der die Staudenverwendung in Deutschland geprägt hat, hat sich dem Thema sein Leben lang verschrieben. Er widmete den blauen Blüten 1940 ein eigenes Buch, den »Blauen Schatz der Gärten«, das den blauen Flor vom Vorfrühling bis zum Herbst behandelt. Gärtnerisch ist Blau dabei mehr als ein Farbwunsch, denn es schafft Tiefe. In die Ferne gepflanzt lässt es kleine Gärten größer erscheinen, und in der blauen Stunde nach Sonnenuntergang leuchtet es stärker als jede warme Farbe.
Von der Pflanze zur Farbpalette
Wie sehr sich die Farbwelt im Garten bedient, zeigen schon die Namen. Pantone führt einen zarten blau-violetten Ton, der »Pale Iris« heißt, und kürte 2022 »Very Peri« zur Farbe des Jahres. Das Wortspiel leitet sich ab vom Farbton Periwinkle, der – Sie ahnen es – benannt ist nach einer Pflanze, dem Kleinen Immergrün (Vinca minor). Bezeichnungen wie kornblumenblau und veilchenblau konnten sich dagegen ganz ohne Institut etablieren. Die Namensgeberin von »Pale Iris« liefert dabei den jahreszeitlichen Auftakt, wenn die zierliche Netzblatt-Iris (Iris reticulata) ihre Blüten im Spätwinter öffnet. Sie verdankt ihren Namen der netzartigen Außenhaut ihrer Zwiebeln und bleibt niedrig, wirkt aber durch die klare Zeichnung weit über ihre Größe hinaus. Nicht zu verwechseln ist sie mit den großen, wüchsigen Schwertlilien, wie der Deutschen Schwertlilie (Iris germanica), deren Blütezeit im Mai liegt.
Mit der Kombination von Zwiebelpflanzen und Stauden lässt sich das Farbspektrum als »blauer Faden« in die gesamte Gartensaison einweben, vom ersten Frühlingsblüher bis zur letzten Herbstaster. Am einfachsten geht dies mit unseren Zwiebel- und Staudenmischungen.
Blau-Silber-Heide
In der Zwiebelmischung Blau-Silber-Heide bilden die blauen Balkan-Windröschen (Anemone blanda) schon früh im Jahr einen niedrigen Blütenteppich aus, akzentuiert durch die grazile Netzblatt-Iris (Iris reticulata), ehe Zwergtulpen (Tulipa polychroma) das Bild verdichten. Erst im Frühsommer erheben sich die lockeren, runden Blütenstände des Zierlauchs (Allium) in strahlendem Weiß über die austreibenden Stauden.
Zur Zwiebelmischung Blau-Silber-Heide
Die passende Staudenmischung Blau-Silber-Heide führt dieses Farbthema mit 24 Arten weiter. Sie kombiniert blaue und weiße Blüten trockenheitsverträglicher Stauden (Yucca filamentosa, Salvia yangii) und Gräser mit grün-silbernen Blattfarben, wie dem stahlblauen Blaustrahlhafer (Helictotrichon sempervirens). Entwickelt ist sie für steppenartige, eher trockene Gartenbereiche.
Zur Staudenmischung Blau-Silber-Heide
Magic Blue
Auch die Mischung Magic Blue trägt ihr Blau weit ins Jahr. Schon im ausgehenden Winter öffnen die Krokusse (Crocus tommasinianus) und die blaue Netzblatt-Iris (Iris reticulata) ihre blau-violetten Blüten, ehe Zwergtulpen (Tulipa polychroma), die persische Kaiserkrone (Fritillaria persica) und farbige Tulpen (Tulipa) übernehmen. Den Abschluss bildet der Zierlauch (Allium), der sich bis in den Frühsommer hält.
Zur Zwiebelmischung Magic Blue
Die zugehörige Staudenmischung Magic Blue setzt das Thema mit 28 Arten als reine Blaumischung fort. Die Töne reichen vom Hellblau des Rittersporns (Delphinium) bis zum Dunkelblau des Steppensalbei (Salvia nemorosa), weiße Blüten bilden dazu den Kontrast, und Astern (Aster) tragen den Flor bis an den ersten Frost.
Zur Staudenmischung Magic Blue
Dresdner Frühjahr Indigo
Nicht jedes Projekt verlangt nach lauten Farben. Für konzentrierte Architekturen und ruhige Gartenräume hat Landschaftsarchitekt Michael Simonsen die kühl-tonige Frühblühermischung Dresdner Frühjahr Indigo entwickelt. Ihre Palette reicht von dunklem Violett bis zu klarem Weiß, und Iris sowie Zierlauch (Allium) tragen sie bis weit in das Frühjahr hinein.
Anders als die beiden vorigen Mischungen ist die Indigo-Edition nicht an eine bestimmte Staudenmischung gebunden. Sie lässt sich dort einsetzen, wo ein zurückhaltender Jahresauftakt gefragt ist, und entsteht jährlich in limitierter Auflage aus über zwanzig Jahren Projekterfahrung. Erhältlich ist sie nur bei frühzeitiger Bestellung.
Zwiebelmischung Indigo ansehen
Warum Blau im Beet oft violett aussieht
Wer die drei Mischungen nebeneinander betrachtet, wird feststellen, dass viel Violett darin steckt. Bei der Indigo-Edition ist das ausdrücklich gewollt, bei den anderen beiden liegt es in der Natur der Sache. Die wenigsten Blüten, die wir blau nennen, sind botanisch gesehen wirklich blau. Meist handelt es sich um Violett, das unser Auge in der Nachbarschaft von Weiß und Silber als Blau liest.
Verantwortlich dafür ist die Chemie der Anthocyane. Ihr Farbeindruck verschiebt sich mit dem pH-Wert im Zellsaft, mit Metallionen wie Aluminium und Eisen, die mit dem Farbstoff Komplexe bilden, und mit sogenannten Copigmenten. Am bekanntesten ist dieser Effekt bei der Hortensie (Hydrangea macrophylla), deren Blau auf Delphinidin in Gegenwart von Aluminium beruht. Dieselbe Sorte kann deshalb an unterschiedlichen Standorten unterschiedlich wirken. Für die Planung heißt das zweierlei. Erwarten Sie kein Kobaltblau aus dem Farbfächer, sondern ein Spektrum von Blauviolett bis Hellblau. Und stellen Sie Weiß daneben, denn im Kontrast zu weißen Blüten und silbrigem Laub wirkt jeder Blauton klarer, als er für sich genommen ist. Genau darauf sind unsere Mischungen aufgebaut.
Wann die Zwiebeln in die Erde kommen
Blumenzwiebeln brauchen die Kälte des Winters, um im Frühjahr zu blühen. Deshalb kommen sie im Herbst in die Erde, sobald sich die Böden abgekühlt haben. Lieferung und Einbringung der Frühlingsedition erfolgen ab Ende September.
Wo ein mineralischer Mulch vorgesehen ist, empfiehlt es sich, ihn erst nach dem Setzen der Zwiebeln aufzubringen. In der Zwischenzeit sollten ein bis zwei zusätzliche Pflegegänge eingeplant werden, damit die Fläche bis zum Schließen der Pflanzung sauber bleibt. Die Standort- und Bodenansprüche der jeweils namensgebenden Staudenmischung gelten dabei auch für die zugehörige Zwiebel- und Knollenmischung.

